Heizöl in der Schweiz – die Probleme der Rheinfracht
Der Rhein ist der wichtigste Wasserweg für Heizöl in die Schweiz. Der tiefe Pegel macht die Fracht langsamer und teurer. Das Wichtigste im Überblick.
Kurz erklärt: Was beim Rhein schief läuft
Die Schweiz hat keinen Meerzugang. Heizöl kommt per Tankschiff von Rotterdam über den Rhein nach Basel, dazu per Pipeline, Bahn und Strasse. Der Rhein ist seit Monaten so niedrig, dass Schiffe nur einen Teil laden können. Das macht den Transport langsamer und deutlich teurer.
Die Lage in Kürze
- Der Pegel bei Kaub erreichte im Oktober ein Rekordtief
- → Schiffe fahren nur mit Teilladung und teilweise eingestellt Schifffahrt
- → Die Fracht ist mehr als zehnmal so teuer wie normal
- → Ein Teil des Heizölpreises kommt aus der Logistik, nicht aus dem Ölmarkt
- → Heizöl bleibt laut Bund verfügbar (keine Pflichtlagerfreigaben)
- → Die Lage ist fragil, eine schnelle Besserung ist nicht in Sicht
1. Niedrigwasser: Warum Kaub entscheidend ist
Kaub am Mittelrhein ist das wichtigste Nadelöhr der Rheinschifffahrt. Dort ist die Fahrrinne am flachsten, deshalb entscheidet Kaub, wie viel ein Schiff laden darf. Der Referenzwert für normalen Betrieb wird seit Monaten unterschritten.
Wege in die Schweiz
- Rhein: gut ein Fünftel der Importe
- Pipeline: rund 41 Prozent
- Bahn: rund 31 Prozent
- Strasse: der Rest, per Tanklastwagen
2. Frachtkosten: Warum der Transport teurer wird
Bei Teilladung bleiben die Kosten pro Fahrt gleich, verteilen sich aber auf weniger Tonnen. Die Fracht pro Tonne steigt deshalb stark. Sie schwankt mit dem Pegel und lag seit dem Sommer immer weit über dem Normalwert. Der Ölmarkt ist seit Beginn des Iran-Kriegs zusätzlich angespannt.
Die Rheinfracht ist deshalb nur ein Teil des Heizölpreises.
3. Eckwerte im Überblick
Die Werte zeigen die Lage Ende Oktober 2026 und ändern sich mit dem Wasserstand.
| Faktor | Stand Ende Oktober 2026 |
Wirkung |
| Pegel Kaub | 27 cm (25. Okt.), Rekord –6 cm (1. Okt.) | Niederwasser: 77 cm |
| Ladung pro Schiff | Zeitweise nur rund 20 Prozent | Mehr Fahrten pro Tonne |
| Fracht Rotterdam–Basel | Normal 22–28 Fr./t, aktuell rund 275 Fr./t | Sommer 240, September bis 285 Fr./t |
| Fracht pro Liter Heizöl |
Rechnerisch bis 23 Rappen | Normal etwa 2.6 Rappen |
| Diesel-Pflichtlager |
Bis 45 Mio. Liter bis 22. Nov. | Bewilligt am 23. Oktober |
4. Folgen: Wo es zusätzlich hakt
Auch die Ausweichwege haben Probleme. Laut Bund bleibt die Lage für alle Mineralölprodukte angespannt.
Weitere Probleme
- Pipeline → Unterspülungen Pipeline in Südfrankreich verzögerte im Oktober Lieferungen
- Bahn und Strasse → begrenzte Kapazität, teurer als das Schiff
- Regen → hob den Pegel Ende Oktober nur kurz 6 Tage an
- Ausblick → Pegel fallen wieder im Oktober und November
5. Was dagegen getan wird
Eine schnelle Lösung ist nicht in Sicht. Eine Trendwende bräuchte mehrere nasse Wochen und Schnee in den Alpen.
Massnahmen im Überblick:
- Fahrrinne Kaub: Eine Vertiefung ist geplant, schafft aber kein zusätzliches Wasser und braucht noch Jahre.
- Mehr Schiffe: Die Ladung wird auf mehr Schiffe verteilt.
- Ausweichen: Mehr Güter gehen auf Bahn, Pipeline und Strasse.
- Pflichtlager: Bei Engpässen bewilligt der Bund Bezüge.
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